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flyer : Nazis in Haltern ! Für eine antifaschistische Jugendkultur !

25.11.2007

Nazis in Haltern ! Für eine antifaschistische Jugendkultur !

 

In den letzten Wochen und Monaten hat sich in Haltern aus der damals eher subkulturell zusammengehaltenen rechtsextremen Szene eine organisierte Gruppierung gebildet, die sich „Autonome Nationalisten Haltern“, ANH, nennt. Wie der Name und auch ihr Auftreten verrät, orientieren sie sich am seit etwa 5 Jahren auftretenden Phänomen in der Neonaziszene, vormals „linke“ Aktionsformen, Lifestyle, Symbole und Parolen für die rechte Szene zu kopieren und umzudeuten. Optisch unterscheiden sie sich also kaum von linken Autonomen, also Antifaschisten, ihren eigentlich schärfsten Gegnern. War früher etwa ein Neonaziaufmarsch von Skinheads mit Springerstiefeln dominiert, tragen sie heute eine schwarze Einheitskleidung aus Kapuzenpulli, Windbreaker, PLO-Tuch, Sonnenbrillen etc. Das Palästinenser-Tuch, als solches ja vielseitig deutbar, symbolisiert in ihrem antisemitischen Wahn den Kampf gegen die Juden und den Staat Israel – Old Shit, New Style also, der selbe Antisemitismus, der in der Zeit des Nationalsozialismus den Holocaust hervorbrachte. Durch seine weite Verbreitung in der Jugendkultur ist es aber auch Anknüpfungspunkt, um Jugendliche aus allen Richtungen anzuwerben. Zitat Axel Reitz, ideologischer Anführer der westdeutschen Neonaziszene, derzeit im Gefängnis wegen Volksverhetzung: „Es spielt keine Rolle welche Musik man hört, wie lang man seine Haare trägt oder welche Klamotten man anzieht.“ Und weiter : „…dabei werden die bekannten Symbole und Outfits mit unseren Inhalten besetzt und in unserem Sinne interpretiert… „

So verwenden sie gerne das Symbol der Antifa (rote und schwarze Flagge im Kreis) , ändern aber die Aufschrift „Antifaschistische Aktion“ in „Nationale Sozialisten – Bundesweite Aktion“. Gemeint ist also der Nationalsozialismus, genau so wie zur Zeit des dritten Reiches.

 

Enge Kontakte pflegen die ANHs zu den „Autonomen Nationalisten Marl“, welche bereits durch ihr gewalttätiges und skrupelloses Auftreten bundesweite Bekanntheit erlangten. So wurden zu „Hochzeiten“ in Marl im Wochentakt Jugendliche vor dem städt. Jugendtreff „Hagenbusch“ krankenhausreif geschlagen. Dem Anmelder einer antifaschistischen Demonstration in Recklinghausen lauerten sie den Abend vorher vor seinem Haus auf, schlugen ihm mit Pflastersteinen gegen den Kopf; er musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die Planung und Durchführung der Demonstration wurde so gezielt sabotiert. Durch diese Kontakte fürchten wir, dass es zu ähnlichen Verhältnissen in Haltern kommen kann, gerade auch, weil die Halterner Nazis nachweislich bei Übergriffen in Marl mitgewirkt haben.

 

Aus diesen Gründen haben wir uns nun dazu entschlossen, eine antifaschistische Gruppe zu bilden, obwohl wir zunächst Bedenken hatten, denn die dadurch entstehende Aufmerksamkeit dient den jungen Neonazis auch als öffentliches Forum für ihre Inhalte. Wir halten sie allerdings nicht für intellektuell auf der Höhe der bundesweit vernetzten Neonaziszene, erachten sie aber nach neueren Erkenntnissen für eine Bedrohung für alle vermeintlich „linken“ Jugendlichen, Alternativen, Homosexuellen, AusländerInnen, kurzum, all die, die nicht in ihr enges nationalistisches Weltbild passen.

Wenn ihr Interesse habt, euch und eure hoffentlich kreativen Ideen einzubringen, meldet euch unter der E-Mail-Adresse antifa.haltern@web.de, besucht unsere website http://www.antifahaltern.wordpress.com oder quatscht uns einfach an. Wir lassen euch dann weitere Informationen zukommen.

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