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Erste Nachbereitung der Demonstration – Ein kleiner Erfolg !

20.7.2008

Hier gehts zur Fotogallerie !

Wir werten die Demonstration in Haltern am See anlässlich des Schlesier-Gedenkens des BdV als kleinen Erfolg. Weder war die Stimmung so gut wie wir uns das gewünscht hätten, noch war die Innenstadt voll mit Menschen die sie für gewöhnlich bei gutem Wetter zum Eisessen und Bummeln nutzen.
Ziemlich genau 60 TeilnehmerInnen ließen sich trotz Ferien, Urlaub, miesem Wetter und Love Parade am Vortag nach Haltern mobilisieren, was die erwartete Anzahl an VersammlungsteilnehmerInnen ganz genau traf. Insofern ist den Berichten der Halterner Presse („40“ TeilnehmerInnen), sowie natürlich der Naziszene („30 – 35“) zu widersprechen. Die Polizei wird dies, falls ein Polizeipressebericht folgt, so ziemlich genau auch bestätigen, immerhin musste pro 15 DemoteilnehmerInnen einE OrdnerIn gestellt werden. Bei 4 OrdnerInnen, liebe Nazis, 4 x 15, waren das genau 60 TeilnehmerInnen. Nach der Demonstration, auf der wir auch die letzte Gewaltwelle der aggressiven Neonazigruppen im Kreis thematisiert haben, wurde spontan entschlossen, nach Marl zu fahren und dort gegen die Angriffe zu demonstrieren. Im Zuge einiger übermutiger Märtyrer-Aktionen lokaler Nazikids, die glaubten, allein eine Demonstration von 40 Antifas anprollen zu müssen, mussten diese kurz die Beine in die Hände nehmen.

Im folgenden gehen wir auf einige statements der Neonaziplattform „AG-Ruhr-Mitte“ ein. Im Original findet ihr es *hier*.

„In Haltern fand heute das alljährliche Schlesiergedenken vom Bund der Vertriebenen statt, dieses Treffen wollte man von antifaschistischer Seite mit Militanz, Gewalt und langjähriger Straßenkampferfahrung verhindern. Ein Schelm wer hinter dieser Andeutung einen Hauch von Ironie vermutet.“

Da die Demonstrationsroute von Anfang an auf die Innenstadt beschränkt war, und wir nirgends verlautbaren lassen haben, das Treffen „verhindern“ zu wollen, schon garnicht mit „Militanz, Gewalt und langjähriger Straßenkampferfahrung“, würden wir die Nazis gerne auffordern, uns diese unsere Textstelle einmal zukommen zu lassen.
Aber wir schieben die heiße Kartoffel gerne zurück, denn auf der anderen Seite hat es sehr wohl die Ankündigung gegeben, die Antifa-Demonstration verhindern zu wollen. Den Text dazu, einige Tage vor der Demonstration auf der Webseite der „Autonomen Nationalisten Marl“ veröffentlicht, findet ihr *hier* nochmal. Dort wird das „stattfinden“ in Anführungszeichen gesetzt, um mitzuteilen, vielleicht könne man dafür sorgen, dass sie eben nicht „stattfindet“ (Z. 2) – weil man mit „Militanz“ (Z. 8 ) in den „Angriff“ (Z.10) gehen wolle. Dies kann nur als Ankündigung verstanden werden, die Antifa-Demo mit einem gewalttätigen Angriff verhindern zu wollen. Inwiefern aber „die Zeiten in denen ohne anwesende Nazis, über & gegen Nazis gesprochen wird“, „ein für alle mal vorbei!“ sein sollen, müsst ihr uns noch zeigen. Nach dem letzten Versuch, am 23.12.06, habt ihr uns bloß beweisen können, wie schnell Nazis auf den Beinen sind. Danach wurdet ihr alle festgenommen, im Gerichtsverfahren sagten zwei „Kameraden“ gegen euch aus und bekundeten damit ihren Austritt aus der Naziszene, 4 von euch wurden zu teilweise saftigen Geldstrafen wegen Landfriedensbruch verurteilt. Und alles, weil ihr euch heldenhaft mit einem Transparent in die Innenstadt gestellt habt, was ihr damals auch noch als großen Erfolg gewertet habt. Dieses mal haben wir nichteinmal einen einzigen Neonazi in Haltern gesehen.

Wir sind allgemein sehr froh darüber, dass die Demonstration weder angegriffen wurde, noch ist uns zu diesem Zeitpunkt bekannt, dass Menschen nach ihrer Abreise angegriffen wurden, wie dies schon oft nach antifaschistischen Demonstrationen geschehen ist.

„(…) Nur die wenigen Städte im Nord-Osten des Ruhrpottes galten, laut Selbsteinschätzung der Antifa, als ,,Hochburgen“. So z.B. Waltrop, Marl und Haltern. „

Wir würden die Nazis auch an dieser Stelle gern dazu auffordern, uns diese „Selbsteinschätzung der Antifa“ einmal zugänglich zu machen. Marl als „Hochburg der Antifa“ zu bezeichnen wäre in Anbetracht unserer ständigen Berichte über die andauernde Welle an körperlichen Angriffen auf Linke in Marl abstrus. Haltern hat seit bald einem Jahr eine Antifa-Gruppe. Hier von einer „Hochburg“ zu sprechen käme uns ebenfalls nicht annähernd in den Sinn. Aber wir strengen uns an, versprochen !

„Dies gaben Antifaschisten aus Haltern z.B. auf einer Tonbandansage zum Besten, die vor wenigen Tagen noch in Gelsenkirchen einging. ,,Haltern sei nazisfrei“ hieß es dort. Um ,,Felix“ nicht in Verlegenheit zu bringen über seine, im Alkohol- und Drogenrauch begangenen, Aktionen, werden wir die ganze Tonansage nun nicht hochladen.“

Na los, ladet sie doch hoch. Inwiefern wir, anbetracht der Tatsache, dass wir das Naziproblem in Haltern auf der Demo und auf Flugblättern thematisieren und skandalisieren, von einem nazifreien Haltern sprechen können sollen, das würden auch wir gerne wissen. Von einem „Felix“ wissen wir im übrigen auch nichts. Vielleicht könnt Ihr ihn uns einmal vorstellen ?

„(…) Halterner Nationalisten hatten es sehr nahe an die Demonstration geschafft, wurden dann aber von der Polizei gekesselt und gleich von Staatsschutzbeamten umringt.“

Wir haben nur drei 14-17jährige kids aus dem privaten, nichteinmal politischen, Umfeld Halterner Neonazis gesehen, die glaubten, auf knapp 50 Metern Abstand mit ihren lächerlichen Handykameras etwas reißen zu können. Von einem „Kessel“ zu sprechen mag zwar heroisch klingen, immerhin sind auch wir dieser den Menschenrechten zuwiderlaufenden Praxis der Polizei am laufenden Band ausgesetzt, allerdings waren nichteinmal genügend Polizeibeamte vor Ort, um soetwas wie einen „Kessel“ zu errichten, geschweigedenn, dass genügend Neonazis vor Ort waren, um das Anbringen eines Kessels in der Polizeipraxis überhaupt erst notwendig erscheinen zu lassen. Dies wird nämlich nur dann angewandt, wenn eine gewisse Anzahl an Personen erreicht ist. Vielmehr sind einigen übermutigen Nazikids, laut Einsatzleitung der Polizei, Zitat:“nicht einmal 10 Stück, mal zwei, mal drei“, Platzverweise erteilt worden.

„(…) Viele Kleingruppen hatten es geschafft vor der Antifa Marl zu erreichen und sich wieder zusammenzuschließen, um Übergriffe zu verhindern.“

Unsere Demonstration ging kraftvoll, ohne Polizei, durch die Straßen von Marl-Mitte und Marl-Brassert, vorbei an vielen Leuten. Euer Gespür für Gerechtigkeit in Ehren, aber selbst ein Anwohner, der seine Gesinnung via Hitler-Gruß und „Sieg Heil“-Gegröle kundtat, ist nicht annähernd „Opfer“ eines „Übergriffs“ geworden. Was „Übergriffe“ sind, das kann man auf unserer Homepage im übrigen gut nachlesen und lernen, zB. *hier*.

„Derzeit befinden sich die Antifaschisten im Wald, welcher das linksalternative Jugendzentrum ,,Hagenbusch“ in Marl umgibt“

Ich befinde mich bei mir zuhause, gerade habe Ich mit meinen Genossen und Genossinnen etwas gekocht und ein wenig gefeiert. Liegt ihr gerade in Tarnklamotten, mit bemalten Gesichtern, im Unterholz, um uns zu beobachten ?

„Daher scheint der Plan, im Schutze der Dunkelheit nationale Wohnungen in Marl und Umfeld anzugreifen, bereits jetzt zu scheitern. Wir beobachten es allerdings genau.“

Auch diesen „Plan“ würden wir gerne einmal sehen. Vielleicht sind wir dann ja noch vor euch an der roten Markierung und heben eine Schatztruhe !

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal bei Allen bedanken, die gekommen sind. Wir werten diese erste Demonstration in Haltern als kleinen Erfolg, und auch in Marl war es mal wieder Zeit, zumindest ein klein wenig Präsenz zu zeigen. Im Folgenden geht es nun daran, in das winzige Momentchen „öffentliche Diskussion“, das in Haltern stattfindet, einzubrechen, damit wir mit der Aufklärungsarbeit im nächsten Jahr vielleicht weit genug sind, das Treffen des Bundes der Vertriebenen mit politischem Druck zu verhindern. Wir sehen uns im nächsten Jahr, hoffentlich bei Sonnenschein !

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2 Kommentare

  1. Sehr schöner Artikel.

    Den Nazi-Text sehr schön seziert und seinen gelogenen Inhalt damit endgültig zur Farce dagradiert.

    Weiter so!

    Argumentativ bewegen sich die Nazis bekannterweise auf dünnem Eis – in jeder Hinsicht!!


  2. „dagradiert“ muss man nichts zu sagen,hehe.14/88

    [Kommentar : Soll mensch das als Einsicht werten, dass du dich inhaltlich geschlagen gibst ? By the way, du könntest uns auf unsere E-Mail an dich doch mal antworten 😉 ]



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