h1

flyer : Für eine antifaschistische Jugendkultur ! Auflage 2

9.11.2008

Nazis in Haltern ! Für eine antifaschistische Jugendkultur !

Seit etwa einem Jahr hat sich in Haltern aus der damals eher subkulturell zusammengehaltenen rechtsextremen Szene eine organisierte Gruppierung gebildet, die sich „Autonome Nationalisten Haltern“, ANH, nennt. Wie der Name und auch ihr Auftreten verrät, orientieren sie sich am seit etwa 6 Jahren auftretenden Phänomen in der Neonaziszene, vormals „linke“ Aktionsformen, Lifestyle, Symbole und Parolen für die rechte Szene zu kopieren und umzudeuten. Optisch unterscheiden sie sich also kaum von linken Autonomen, also Antifaschisten, ihren eigentlich schärfsten Gegnern. War früher etwa ein Neonaziaufmarsch von Skinheads mit Springerstiefeln dominiert, tragen sie heute eine schwarze Einheitskleidung aus Kapuzenpulli, Windbreaker, PLO-Tuch, Sonnenbrillen etc. Das Palästinenser-Tuch, als solches ja vielseitig deutbar, symbolisiert in ihrem antisemitischen Wahn den Kampf gegen die Juden und den Staat Israel – Old Shit, New Style also, der selbe Antisemitismus, der in der Zeit des Nationalsozialismus den Holocaust hervorbrachte. Durch seine weite Verbreitung in der Jugendkultur ist er aber auch Anknüpfungspunkt, um Jugendliche aus allen Richtungen anzuwerben. Zitat Axel Reitz, ideologischer Anführer der westdeutschen Neonaziszene, frisch aus dem Gefägnis wegen Volksverhetzung: „Es spielt keine Rolle welche Musik man hört, wie lang man seine Haare trägt oder welche Klamotten man anzieht.“ Und weiter : „…dabei werden die bekannten Symbole und Outfits mit unseren Inhalten besetzt und in unserem Sinne interpretiert… „
So verwenden sie gerne das Symbol der Antifa (rote und schwarze Flagge im Kreis) , ändern aber die Aufschrift „Antifaschistische Aktion“ in „Nationale Sozialisten – Bundesweite Aktion“. Gemeint ist also der Nationalsozialismus, genau so wie zur Zeit des dritten Reiches.

Enge Kontakte pflegen die „ANHs“ zu den „Autonomen Nationalisten Marl“, welche bereits durch ihr gewalttätiges und skrupelloses Auftreten bundesweite Bekanntheit erlangten. So wurden zu „Hochzeiten“ in Marl im Wochentakt Jugendliche vor dem städt. Jugendtreff „Hagenbusch“ krankenhausreif geschlagen. Dem Anmelder einer antifaschistischen Demonstration in Recklinghausen lauerten sie den Abend vorher vor seinem Haus auf, schlugen ihm mit Pflastersteinen gegen den Kopf; er musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die Planung und Durchführung der Demonstration wurde so gezielt sabotiert. Während der Fußball-Europameisterschaft wurden beinahe täglich im Kreis Recklinghausen Menschen von den Neonazis im nationalen Taumel angegriffen. Der Höhepunkt wurde am 25. Juli erreicht, als ein Jugendzentrum in Marl überfallen wurde. Einem Jugendlichen wurde ein Messer in den Hinterkopf gestochen, nur knapp konnte er überleben. Mitten drin im Geschehen : Die Halterner Neonazis der „ANH“.

Vor einem Jahr haben wir deshalb auch die Gründung der antifa.haltern in Angriff genommen. Wir dokumentieren Neonaziaktivitäten, verteilen flyer, klären auf, und wollen den Neonazis auch auf der Straße Gegenwind entgegensetzen. Dazu haben wir uns mit antifaschistischen Gruppen aus dem Ruhrgebiet vernetzt, sodass unsere Arbeit schon längst von den hiesigen Nazis als Gefahr anerkannt wird – ein erster Erfolg. Da unser Engagement aber nicht bloß sein darf, „gegen Rechts“ zu sein, sondern sich einbetten muss in die Kritik der totalen gesellschaftlichen Verhältnisse, die neben Neonazis auch etwa die Finanzkrise, Kriege, autoritäre Lehrer, schwulenfeindliche Pöbeleien auf der Straße und die alltägliche Scheiße als logische Konsequenz hervorbringen, wollen wir den ein oder anderen Schritt weiter wagen. Am 20. Juli haben wir eine Demonstration gegen das nationalistische und geschichtsrevisionistische Schlesiergedenken auf dem Annaberg durchgeführt, was wir auch im nächsten Jahr fortführen werden. Wir bekochen lokale Konzerte mit Lebensmitteln, für die kein Tier leiden oder sterben musste, engagieren uns für alternative Lebenskultur abseits des großen Stroms, versuchen, Leben und Lernen kritisch und alternativ zu gestalten, und berichten auf unserer Internetseite auch mal über größere Themen. Zu finden sind wir im Netz unter http://www.antifahaltern.wordpress.com.

Wir würden uns freuen, wenn Ihr uns einmal besucht oder vielleicht Lust habt, bei uns mitzuhelfen. Quatscht uns doch einfach an, oder schreibt uns eine E-Mail an antifa.haltern@web.de.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: