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Farbattacke gegen Halterner „Ehrenmal“

14.11.2010

In der Nacht auf den 14. November hat es laut einem Artikel bei de.indymedia.org erneut eine Farbattacke auf ein Halterner „Ehrenmal“ gegeben. Als Begründung für die Aktion wird angeführt, dass die Tradition der Ehrenmäler und des sog. „Volkstrauertags“ eine ist, die die Täter und Opfer in eins wirft. Hinter der entpersonalisierten Rede davon, dass alle irgendwie „Opfer von Krieg und Gewalt“ seien, verschwindet nicht ganz ohne Eigeninteresse, von wem der Krieg, von wem der industrielle Massenmord an den Jüdinnen und Juden ausging. Wenn Rechtsaußen-Vereine wie der „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“, der „Bund der Vertriebenen“, kleinstädtische Schützenvereine oder der örtliche CDU-Verband von ihren Vorstellungen einer „Welt des Friedens“ faseln, wirkt das nicht nur vordergründig verdächtig. Sie sind Teil einer deutschen Kultur der „Bewältigung der Vergangenheit“, die sich nicht darum schert, alles zu tun, ‚damit Auschwitz sich nicht wiederhole‘, sondern denen daran gelegen ist, Deutschland reinzuwaschen von der Schuld und die Deutschen in die Opfergruppe der Nationalsozialisten mit aufzunehmen, ohne dabei auf völkische Tradition, rassistische Einteilung und die Selbstverständlichkeit des Nationalismus zu verzichten, ohne die Integration des volksgemeinschaftlichen Potentials in das postfaschistische Deutschland aufzugeben, ohne mit der personellen und ideologischen Kontinuität nach 1945 zu brechen.
Alles tun, damit Auschwitz nicht wieder sei, heißt für uns die Überwindung von Nation, Volk, Staat und Kapital voranzutreiben, heißt das nationale Gehorsam aufzukündigen und Deutschland besser heute als morgen zum Gegenstand der Geschichtswissenschaft einzustampfen.
In diesem Sinne solidarisieren wir uns mit dem Versuch der Skandalisierung dessen, was auf dem Halterner Annaberg abläuft, der die Schmierfinken in der Nacht auf den 14. November wohl angetrieben hat.

Die Aktion reiht sich ein in eine militante Kampagne autonomer und linksradikaler Aktionsgruppen des Ruhrgebiets, die dazu auffordern, „im Zeitraum vom 14. bis zum 28. November das in Stein gehauene Geschichtsverständnis der Deutschen im Ruhrgebiet anzugreifen und sich in den Aktionen gegenseitig aufeinander als Kampagne zu beziehen, auf dass ihnen der diesjährige „Volkstrauertag“ als besonderes bedauernswert in Erinnerung bleibe.“ In diesem Zusammenhang wurden in den letzten beiden Nächten über das Ruhrgebiet verteilt bereits 11 Krieger- und Ehrenmäler durch autonome Schmierfinken attackiert.

„Mal sehen, wie viel wir zusammenkriegen !“


Eine Karte mit den bisherigen Treffern der militanten Kampagne

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